Falschgelddruckerei

Die Policía Nacional hat auf der Insel Teneriffa eine geheime Druckerei liquidiert, in der gefälschte Euro hergestellt wurden, und vier Personen verhaftet. Nach Ansicht der Ermittler handelte es sich um die aktivste Falschgelddruckerei, die derzeit in Spanien tätig war …

Laut der heutigen Pressemitteilung der Policía Nacional stellte die Organisation 10- und 20-Euro-Banknoten mit hoher Qualität her. Mit den benutzten Utensilien sollen sich auch Personaldokumente fälschen lassen.

Die Polizisten haben vier Personen verhaftet und 15.500 falsche Euro beschlagnahmt, darunter 9.000 bei einer Durchsuchung der Wohnung in Arona.

Die Organisation soll einen monatlichen Gewinn von 7.500 Euro dank der intensiven Verteilung der Fälschungen durch Personen erzielt haben, die inzwischen in mehreren europäischen Ländern verhaftet wurden. Angesichts der Bedeutung der Operation auf Teneriffa nahm an ihr auch ein Mitglied der Anti-Fälschungsgruppe von Europol teil.

Die Operation begann im Juli 2018, als die Brigada de Investigación del Banco de España eine Zunahme von 10-Euro-Fälschungen mit einer guten Qualität und einem anderen Druckverfahren feststellte, als es üblicherweise bei Fälschungen verwendet wird. Die ersten Untersuchungen ergaben, dass der am stärksten betroffene Teil des Staatsgebietes die Kanarischen Inseln waren, insbesondere die Insel Teneriffa. Sofort wurde eine Ermittlungsgruppe gebildet. Bei den eingeleiteten Untersuchungen stellte sich heraus, dass das Geld über eine große Anzahl von Geschäften auf den Kanarischen Inseln als Zahlungsmittel ausgegeben wurde, ohne dass die Ladenbesitzer die erhaltenen gefälschten Banknoten wegen fehlender Prüfung bemerkt haben.

In einem fortgeschrittenen Stadium der Ermittlungen fanden und identifizierten die Polizisten vier Verdächtige italienischer Herkunft, die im Süden der Insel Teneriffa, insbesondere im Gebiet von Arona, lebten. Einer der Verdächtigen hatte eine Wohnung, in der die Fälschung der Banknoten erfolgt sein soll. Hier soll das Geld nicht nur hergestellt worden sein, sondern von hier aus soll es von den Verdächtigen im gesamten Archipel verteilt worden sein. Dafür habe es eine geregelte Arbeitszeit von Montag bis Freitag gegeben. Ursprünglich anfänglich sollen sie mit gefälschten 10-Euro-Banknoten gearbeitet haben, später aber auch mit 20-Euro-Banknoten, um höhere Gewinne zu erzielen.

Die Operation gipfelte in der gleichzeitigen Verhaftung der vier Mitglieder der Organisation und der Durchsuchung der Wohnung. Dort wurde eine geheime Druckerei für die Herstellung von 10-Euro- und 20-Euro-Banknoten und Ausweispapieren sichergestellt. Dabei wurden Dinge beschlagnahmt, die für die Fälschung von Euro-Banknoten erforderlich sind, wie Drucker, Papier, Druckfarben, Schneidwerkzeuge, Computer und eine große Menge an Falschgeld in verschiedenem Fertigungsstand. Rund 9.000 falsche Euro wurden beschlagnahmt. Ebenso hatten die Verhafteten Material für die Fälschung von mehr als 20.000 Euro Fälschungen in 20-Euro-Scheinen vorbereitet.

Laut der Pressemeldung war die Operation „Malla“ die jüngste Maßnahme der Policía Nacional gegen Fälschungen. Die auf Falschgeld spezialisierten Beamten waren überrascht von der Qualität der Banknoten und die Instrumente, mit denen sie hergestellt wurden. Angesichts des anfangs fehlenden Druckwissens sollen die Beschuldigten die Fälschungen zunächst in handgefertigter Form ausgeführt haben. Nach und nach soll sich die Qualität der gefälschten Banknoten verbessert haben.

Im Jahr 2018 konnten durch die Ermittlungsmaßnahmen der Brigada de Investigación del Banco de España (BIBE) elf Operationen durchgeführt werden, die zur Inhaftierung von 91 Personen geführt haben. Dank dieser Maßnahmen wurden mehr als 650.000 Euro an Falschgeld beschlagnahmt.

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