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Lava-Ströme auf La Palma

Die Empfehlungen des Katastrophenschutzes für den Regenalarm am morgigen Freitag im Zusammenhang mit der Situation des Vulkanausbruchs und der Anhäufung von Asche sowie die Schäden, die durch einen neuen Lavastrom verursacht werden, der parallel zum Strom 10 nach Süden fließt, waren einige der Themen des Lenkungsausschusses am heutigen Donnerstag …

Bezüglich der Entwicklung der Lavaströme wies der technische Direktor des PEVOLCA, Miguel Ángel Morcuende, darauf hin, dass sich heute ein neuer, zunächst sehr flüssiger Lavastrom gebildet hat, der sich mit hoher Geschwindigkeit entlang des südlichsten Bereichs parallel zur 10 vorwärts bewegte. Dieser Strom fließt durch bisher unbeschädigte Gebiete und hat die Fotovoltaikanlage und den Friedhof von Las Manchas passiert und bedroht damit städtische Gebiete. Diese liegen allerdings in den Sperr- und Evakuierungszonen und sind daher nicht bewohnt. Dort halten sich keine Personen auf, mit Ausnahme der Angehörigen der Notfalleinrichtung.

In der Folge verlangsamte sich dieser neue Fluss, da er aufgrund des mitgeführten Materials zähflüssiger wurde und sich mit etwa 25 Metern pro Stunde bewegte. Die anderen Energiequellen befinden sich in den Lavaströmen 7 und 5, aber auch der Lavastrom 1 ist noch aktiv.

Nach Angaben der Sprecherin des wissenschaftlichen Ausschusses, Carmen López, wurde ein Anstieg des Lavaausstoßes beobachtet, mit einer Zunahme der Verzweigungen der Lavakanäle und der Überläufe, die dasselbe Gebiet wie gestern betreffen, zwischen den Lavaströmen 4 und 7 und in der Umgebung des nordöstlichen Bereichs des Montaña de Todoque (Zone 5).

Gegen 9.00 Uhr wurde ein plötzlicher Anstieg der Lavaemission am Hauptausstoßpunkt beobachtet, und gegen 11.00 Uhr wurde an einem der östlichsten Ausstoßpunkte ein Lavastrom erzeugt, der in Richtung Südwesten floss und ein neues Gebiet überschwemmt.

Wegen der Regenfälle hat die kanarische Regierung den Alarmzustand ausgerufen, und die Bevölkerung wird zu äußerster Vorsicht gemahnt, um Verkehrsunfälle zu vermeiden, da die Fahrbahnen rutschig sind.

Die vulkanische Situation kann die Bildung von Schlammströmen in Gebieten mit starkem Abfluss ermöglichen, wenn sich die bei der Eruption freigesetzten Materialien mit dem Wasser vermischen und Ströme bilden, die sich den Hang hinunter bewegen. Regenfälle können das in den vom Ausbruch betroffenen Gebieten abgelagerte Material mitführen und die Schlammströme das natürliche Gefälle des Geländes hinuntergleiten lassen.

In diesem Zusammenhang wird empfohlen, Fahrten auf den Straßen zu vermeiden und gegebenenfalls vorsichtig zu fahren und keine überschwemmungsgefährdeten Gebiete zu durchqueren. Es ist notwendig, die von den Behörden eingerichteten Verkehrswege zu benutzen und nicht in der Nähe des Vulkans zu fahren, wo sich Material (Asche und Pyroklastika) angesammelt hat.

Das Fahrzeug darf weder in Schluchten geparkt noch entlang von Schluchten, Wasserläufen, natürlichen oder künstlichen Wasserläufen oder am Fuße von Steilhängen abgestellt werden. Sollte man von einem Abfluss oder einer Schlammlawine erfasst werden, sollte Schutz an einem erhöhten Ort gesucht werden.

Der Lenkungsausschuss erörterte auch die in der Gegend von Las Manchas und La Bombilla festgestellten Gaskonzentrationen, die nach wie vor hoch sind und den Zugang zu diesem Gebiet aus Sicherheitsgründen einschränken. In diesem Zusammenhang fand gestern im Erweiterten Kommandoposten (PMA) ein Treffen mit Vertretern der Bewohner von Las Manchas und der technischen Direktion von PEVOLCA sowie der militärischen Notfalleinheit, der Guardia Civil und der Nationalpolizei statt, an dem auch die Bürgermeister von Los Llanos de Aridane und El Paso teilnahmen. Bei diesem Treffen wurden auch die Zugangskontrolle für die Aschereinigung und die Gasmessungen, die kontinuierlich in dieser Sperrzone durchgeführt werden, erläutert.

Was die Luftqualität betrifft, so waren die Werte für Schwefeldioxid (SO2) an allen Stationen gut oder einigermaßen gut, mit Ausnahme von El Paso und Los Llanos de Aridane, die den ungünstigen Wert erreichten. Was die PM10-Partikel betrifft, so wurde gestern der Tagesgrenzwert in Los Llanos de Aridane überschritten, und der Index wurde in La Grama und Los Llanos „regulär“.

Als Vorsichtsmaßnahme wird Risikogruppen und empfindlichen Bevölkerungsgruppen im Gebiet von Los Llanos de Aridane, Tazacorte, El Paso, Tijarafe und Puntagorda empfohlen, anstrengende und/oder längere Aktivitäten im Freien zu reduzieren und FFP2-Masken zu verwenden. Die Allgemeinbevölkerung kann ihren Aktivitäten im Freien wie gewohnt nachgehen, aber es ist wichtig, auf Symptome wie Husten, Halsreizungen, Kurzatmigkeit, übermäßige Müdigkeit oder Herzklopfen zu achten.

Was den Flugbetrieb betrifft, so wird erwartet, dass sich die Asche- und SO2-Wolke weiterhin nach Ost-Nordost vom Eruptionsherd wegbewegt, was ein ungünstiges Szenario darstellt. Ab Samstag wird mit einer Änderung der Windrichtung gerechnet, was die Aktivitäten auf dem Flughafen La Palma verbessern könnte.

Was die Bebentätigkeit anbelangt, so hat die durch seismische Ereignisse freigesetzte Energie in den letzten Tagen abgenommen, wobei die mittlere Seismizität niedrig und stabil blieb und die Seismizität in der Tiefe abnahm. Auch die Verformungen sind stabil, während die mit der Vulkanfahne verbundenen SO2-Emissionen im Rahmen des allgemeinen Abwärtstrends weiterhin hoch sind.


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