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Traditionelle Pflanzen

Die rasanten sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen, die in den letzten vierzig Jahren auf den Kanarischen Inseln stattgefunden haben, haben auch hier zu einem erheblichen Wissensverlust in Bezug auf viele Aktivitäten und Aspekte der traditionellen Kultur geführt …

Es ist auch eine kulturelle Kluft zwischen den neuen Generationen und früheren aufgerissen. Um dieses immaterielle Gedächtnis zu bewahren, hat die Generaldirektion Kulturelles Erbe eine Studie über die wertvolle Kultur durchgeführt, die durch die traditionelle Nutzung der Pflanzenarten auf der Inseln entstanden ist.

Diese Aktivität soll das Wissen über die kanarische Pflanzenwelt retten, das den Vorfahren das Überleben auf den Inseln ermöglichte, soll zur Bewahrung dieses immateriellen Erbes beitragen, das aus dem traditionellen Wissen über wilde und kultivierte Pflanzenarten besteht.

Zu diesem Zweck haben der Experte Jaime Gil González und sein Team Informationen über die traditionelle Verwendung von Wildpflanzen zusammengetragen, wobei sie besonders auf die Verwendung als Nahrungsmittel, Futtermittel, Arzneimittel und Tierarzneimittel sowie auf die traditionellen Anbausorten durch mündliche Informationen eingegangen sind.

„Das fundierte Wissen über dieses Pflanzenmaterial ist das Ergebnis jahrhundertelanger Experimente. Auf allen Inseln besteht Bedarf an eingehenden Studien zu diesem Wissensgebiet, das zu dem kulturellen Erbe gehört. Dadurch wird der Verlust des über Jahrhunderte angesammelten Wissens gestoppt und der Wert dieses immateriellen Erbes erhöht“, erklärt Nona Perera, Generaldirektorin des Gebiets.

Im Laufe dieses Projekts wurden insgesamt etwa 50 Stunden an Aufnahmen verarbeitet, die bei vierzig Begegnungen mit älteren Menschen im ländlichen Raum entstanden.

Diese mündlichen Dokumente führten zu einer Aufzeichnung von insgesamt 368 Seiten und zur Erstellung von 80 Akten über die auf den Kanarischen Inseln vorkommenden Pflanzenarten, um die sich eine bedeutende traditionelle Kultur entwickelt hat, die Teil des immateriellen Erbes ist und deren Vorhandensein in der Landschaft der Inseln ein entscheidender Faktor für den Lebensunterhalt der kanarischen Bevölkerung war.

Angewandte Methodik

Das Hauptziel des Projekts besteht darin, das von Generation zu Generation mündlich überlieferte Wissen über die in der kanarischen Landschaft vorkommenden Kultur- und Wildpflanzenarten zusammenzutragen. Durch Interviews mit älteren Menschen, die mit dem ländlichen Raum verbunden sind, wurde eine große Menge an Informationen über die Lebensbedingungen im ländlichen Raum der Inseln aufgezeichnet, die eine wertvolle Quelle für die Untersuchung verschiedener Disziplinen wie Ethnografie, Ethnobotanik, Linguistik und Ökologie darstellen.

Auch im Bereich der angebauten Arten ist die Kenntnis der Getreide-, Hülsenfrucht-, Kartoffel-, Süßkartoffel- und Obstbaumsorten, von denen die bäuerliche Bevölkerung leben konnte, eine wichtige Information, da dieses Wissen nicht nur einen wichtigen Teil des eng mit der gastronomischen Kultur des Gebiets verbundenen Erbes darstellt, sondern auch von entscheidender Bedeutung ist, wenn es darum geht, Maßnahmen zu ergreifen, um dessen Verlust zu verhindern. Aus diesem Grund bildete die Erforschung traditioneller Pflanzensorten einen wichtigen Teil der bearbeiteten Interviews.

Darüber hinaus waren Begegnungen und Exkursionen mit Hirten von grundlegender Bedeutung für die Erfassung der volkstümlichen Namen wild lebender Arten, wobei auch deren Ernährungseigenschaften, Futtermittel für das Vieh, schädliche und giftige Pflanzen, die Verwendung von Pflanzen für medizinische und veterinärmedizinische Zwecke, einschließlich ihrer Verwendung für rituelle Zwecke oder zur Vorhersage meteorologischer Phänomene angesprochen wurden.

Die bei diesen Treffen gesammelten mündlichen Zeugnisse wurden in den ethnobotanischen Blättern wiedergegeben, um die erhaltenen Informationen getreu wiederzugeben. Jedes Blatt enthält außerdem eine Abhandlung über die volkstümlichen Namen der betreffenden Art und Sorte sowie über ihre wichtigsten Verwendungszwecke.


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