Lenkungsausschuss 07.11.2021

Die am Samstagnachmittag aufgezeichneten neuen Lavaströme, die durch den Anstieg der Emissionsrate im Süden des Herdes entstanden sind, bewegen sich in Richtung Westen und verlaufen durch die Vulkanröhren und -kanäle und über die früheren Lavaströme …

Dabei fließen sie über die Lava im mittleren Bereich und berühren keine neuen Oberflächen. Die Zunahme der Emission hat den auf 56 Kilometer geschätzten Umfang nicht vergrößert und die Lavastromfronten nicht vorrücken lassen.

Dies gehörte zu den Themen, die am heutigen Sonntag während der Sitzung des PEVOLCA-Lenkungsausschusses besprochen wurden. Zudem wurden unter anderem der Rückgang der Seismizität im Vergleich zu den vorangegangenen Tagen, das Nachlassen der Bodenverformung in Jedey und die Veränderungen der Luftqualitätsparameter erörtert.

In Bezug auf die Schlussfolgerungen des Lenkungsausschusses berichtete Miguel Ángel Morcuende, Technischer Direktor von PEVOLCA, von einem möglichen Anstieg der Partikel mit einer Größe von weniger als 10 Mikrometern (PM10) aufgrund eines Luftzustroms aus dem Osten, der die Luftqualität in einigen Ortschaften wie Los Llanos de Aridane verschlechtern wird.

Derzeit sind diese Bedingungen in der Stadt äußerst ungünstig, weshalb Morcuende die Bevölkerung erneut daran erinnert, dass es äußerst wichtig ist, zumindest eine FFP2-Maske zu tragen, wenn man auf die Straße geht, und dass Personen mit Augenproblemen für die Dauer dieser Episode erhöhter Feinstaubbelastung eine Schutzbrille tragen sollten.

Laut Carmen López, Sprecherin des Wissenschaftlichen Komitees und nationale Direktorin der Vulkanüberwachung des Nationalen Geografischen Instituts (IGN), ist der gestern gemessene Ausstoß von Schwefeldioxid (SO2), der mit der Vulkanfahne des aktuellen Eruptionsprozesses verbunden ist, weiterhin hoch, aber seine zeitliche Entwicklung spiegelt einen rückläufigen Trend seit dem 25. September wider.

Die Sprecherin des Wissenschaftlichen Ausschusses wies außerdem darauf hin, dass die Luftqualität durch den eruptionsbedingten Schadstoff Schwefeldioxid (SO2) gestern an den Stationen in Los Llanos de Aridane und Puntagorda den größten Teil des Tages auf einem guten bis mittleren Niveau lag. An der letztgenannten Station wurde um 12.00 Uhr der Stundengrenzwert für diesen Schadstoff (350 µg/m³) überschritten und die kumulierten Durchschnittswerte überschritten den Tagesgrenzwert (125 µg/m³). Heute Morgen waren die Luftqualitätswerte an allen Messpunkten gut oder einigermaßen gut.

López wies auch darauf hin, dass am Samstag gegen 18.00 Uhr die Geschwindigkeit der Lavaemissionen zunahm, was auf das Vordringen eines Stroms in Richtung Südwesten hinweist, der nördlich des Montaña de Cogote verläuft. Er fügte hinzu, dass das eruptive Phänomen von Anfang an von vielen Veränderungen in der Intensität und sogar eruptiven Stilen begleitet wird. Bei diesen Episoden kann es für eine gewisse Zeit zu einer scheinbaren Abschwächung der Intensität kommen, die sich im Tremor und in weniger voluminösen Strömen widerspiegelt, um dann wieder an Intensität zuzunehmen, was dem natürlichen Verhalten dieser Eruptionen entspricht.

Andererseits erklärte der technische Direktor von PEVOLCA, dass die Seismizität derzeit gering ist. Er sagte, dass die Seismizität in der Tiefe auf niedrigen Werten bleibt, und bestätigte, dass die Seismizität in den mittleren Ebenen abnimmt.

López wies aber auch darauf hin, dass die höchste aufgezeichnete Magnitude 4,5 mbLg bei einem Ereignis war, das gestern um 20.40 Uhr in einer Tiefe von 36 Kilometern auftrat und mit maximaler Intensität IV (EMS) zu spüren war. Darüber hinaus kam es auch gestern gegen 18.00 Uhr und für weitere sieben Stunden zu einer Verstärkung des Tremors, die mit der Zunahme der eruptiven Aktivität zusammenfiel.

Was die Wetterbedingungen betrifft, so sagte der technische Direktor von PEVOLCA, dass die nächsten 48 Stunden für die Flugnavigation und den Flughafenbetrieb günstig sein werden. Morcuende wies auch darauf hin, dass der Luftzug aus dem Osten die Abluftfahne in den Südwesten und Westen der Insel bringen wird, was im Prinzip nicht zu einem Anstieg der Schwebstoffe in den nördlich gelegenen Ortschaften La Palmas führen wird.

Was die Asche betrifft, so werden die Reinigungsarbeiten und die Säuberung von Dächern und Dachterrassen fortgesetzt. Ebenso besteht der Lenkungsausschuss darauf, dass das Einsammeln von Asche durch Privatpersonen nur auf begehbaren Dächern erfolgen sollte, um Unfälle und Abstürze zu vermeiden. Dabei seien Schutzmaßnahmen wie FFP2-Masken und Schutzbrillen zu verwenden. Für die Reinigung anderer, nicht begehbarer Flächen sind stets die Behörden zu benachrichtigen.

Die Aschesanierungsarbeiten auf den Straßen LP-2, LP-212, LP-215 und LP-213 werden fortgesetzt und in städtischen Gebieten sowie bei der Regenwasserableitung intensiviert.

Außerdem wird am morgigen Montag damit begonnen, die Asche zu einer Sammelstelle in der Nähe von San Nicolas und in den Süden zu transportieren.

Am heutigen Sonntag wurden keine Veränderungen in Bezug auf die vom Vulkanausbruch betroffenen Flächen, Straßeninfrastrukturen, Gebäude und Anbauflächen gemeldet.


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