PEVOLCA-Lenkungsausschuss 15.10.2021

Der Bericht des wissenschaftlichen Ausschusses vom heutigen Freitag vor dem PEVOLCA-Lenkungsausschuss besagt unter anderem, dass beim Vulkan-Ausbruch mehr Lava und weniger Glutbrocken und Asche entstehen …

Aus Sicht des Katastrophenschutzes berichtete der vorübergehende technische Direktor von PEVOLCA, Rubén Fernández, dass die Überwachung der weiter nördlich verlaufenden Lava-Ströme darauf hindeutet, dass beide zusammenfließen und das Meer erreichen könnten.

Außerdem gibt es einen Lava-Strom, der sich von dem weiter nördlich gelegenen abgetrennt, eine nordwestliche Richtung eingeschlagen hat und sich derzeit auf Höhe der Straße El Cumplido befindet. Deshalb wird angenommen, dass er nicht weiter nach Nordwesten vordringen wird, obwohl er weiterhin ständig überwacht wird, falls sich etwas ändert.

Während der Nacht hat sich der nördlichste Lavastrom aufgrund der Fließfähigkeit der Lava unterschiedlich schnell fortbewegt und erreichte an einigen Stellen 250 Meter pro Stunde, obwohl er sich nach den jüngsten Messungen der Teams der militärischen Notfalleinheit (UME) auf 20 bis 30 Meter pro Stunde verlangsamt hat.

In diesem Zusammenhang wies die Sprecherin des wissenschaftlichen Ausschusses und Direktorin des IGN auf den Kanarischen Inseln, María José Blanco, darauf hin, dass große Blöcke vom nördlichen Lavastrom mitgerissen werden und dass sich der Strom am Ausgang des Emissionszentrums in einem gestuften Lava-Kanal konzentriert, was zu Verstopfungen und gelegentlichen Überläufen führt, die kurzlebige Lava-Ströme senkrecht zum aktuellen Lava-Kanal bilden.

Die Lava-Ströme, die in Richtung Meer flossen und in den vergangenen Tagen zum Stillstand gekommen waren, weisen nun eine Materialzufuhr auf, und es ist nicht auszuschließen, dass sie sich kurzfristig weiterentwickeln, erklärte sie.

Fernández berichtete, dass die von der Lava betroffene Fläche nun 696 Hektar beträgt, das sind 22 Hektar mehr als am Donnerstag, und dass die maximale Breite des Lavastroms weiterhin bei 1.770 Metern liegt.

Zu den Daten über die Verformung des Geländes erklärte der technische Leiter des Plans, dass es eine leichte Umkehrung der gestern beobachteten Verformung gegeben habe. Dazu teilte Blanco mit, dass die horizontale Deformation, die von der dem Eruptionszentrum am nächsten gelegenen Station aufgezeichnet wurde, sich teilweise zurückgebildet hat, dass aber das Verhalten und die beobachtbaren Phänomene in dem Gebiet weiter untersucht werden, bis mehr Informationen vorliegen. Die übrigen Stationen wiesen keine nennenswerten Verformungen auf, erklärte sie.

In Bezug auf die Seismizität wies Blanco darauf hin, dass die Häufigkeit und die Stärke der Erdbeben zugenommen haben, dass sie aber in mittleren und großen Tiefen registriert werden und dass es an der Oberfläche fast keine Seismizität gibt. Dennoch, so Blanco, wird es auch weiterhin Erdbeben geben, die die Bevölkerung spüren wird.

Die Sprecherin des wissenschaftlichen Ausschusses wies darauf hin, dass für die nächsten Tage eine thermische Inversion zu beobachten sei, mit einer Dominanz schwacher Winde aus Südwesten und dem Eintreffen einer Sahara-Luftmasse, die die Asche begleiten werde. Das seien Bedingungen, die für die Luftqualität ungünstig sind.

Hinsichtlich der Werte von Schwefeldioxid (SO2) und Partikeln unter 10 Mikrometer (PM10) wies sie darauf hin, dass die gestern gemessenen Indikatoren niedrig waren und die Höchstwerte nicht überschritten wurden, abgesehen von einzelnen Spitzenwerten.

Die Asche- und SO2-Fahne bewegt sich vom Eruptionsherd aus in Richtung Norden, könnte aber laut Vorhersage nach Osten wandern, was den Betrieb des Flughafens von La Palma in den nächsten 24 bis 36 Stunden beeinträchtigen könnte.

Die Gesamtzahl der evakuierten Personen beläuft sich auf etwa 6.400, von denen 321 derzeit im Hotel in Fuencaliente untergebracht sind, während die übrigen in anderen Unterkünften oder bei Verwandten und Freunden wohnen.

Die PEVOLCA will ihre Informationsaktionen für die Bevölkerung fortsetzen. Am morgigen Samstag findet um 19.00 Uhr im Pavillon von Tazacorte ein Treffen mit den Anwohnern statt, um ihre Zweifel und Bedenken bezüglich des eruptiven Prozesses auszuräumen. Daran werden Vertreter der technischen Direktion und Mitglieder des wissenschaftlichen Ausschusses teilnehmen.


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