PEVOLCA-Sitzung am Samstag

Die [am Freitag] … festgestellte Zunahme der Explosivität des Vulkans stand [am Samstag] … im Mittelpunkt der Sitzungen des Wissenschaftlichen Ausschusses und des Leitungsausschusses des Sonderplans für den Katastrophenschutz und die Notfallversorgung aufgrund vulkanischer Risiken (PEVOLCA) unter dem Vorsitz seines Direktors, dem Minister für öffentliche Verwaltung, Justiz und Sicherheit der kanarischen Regierung, Julio Pérez …

Auf der Grundlage der Schlussfolgerungen wurde vereinbart, die [am Freitagnachmittag] … in Tajuya, Tacande de Abajo und Tacande de Arriba durchgeführten Evakuierungen als Präventivmaßnahme aufrechtzuerhalten, bis die Situation vollständig bewertet und eine sichere Rückkehr der Menschen in ihre Häuser und Wohnungen gewährleistet werden kann. Die meisten dieser Menschen sind bei Verwandten und Freunden untergebracht und nur 16 im Hotel in Fuencaliente.

Zuvor hatte Julio Pérez in Erklärungen gegenüber den Medien betont, dass der Katastrophenschutz seiner Meinung nach korrekt funktioniert, obwohl die Auswirkungen des Vulkanausbruchs enorm sind und die Gefahr und der Schaden groß sind. Die Regierung habe „zwei Ziele: erstens die Sicherheit und zweitens den Wiederaufbau“, sagte er. Vor allem beim ersten sei die Koordinierung aller beteiligten Personen und Institutionen sehr wichtig gewesen, fügte er hinzu. Der technische Leiter des Plans, Miguel Ángel Morcuende, betonte, wie wichtig es sei, die Schutzmaßnahmen gegen herabfallende Asche zu verstärken, insbesondere bei ihrer Handhabung. Das Beseitigen der Asche sollte immer mit einer FFP2-Maske und einer Schutzbrille erfolgen, um Schäden an den Atemwegen und den Augen zu vermeiden.

Er erinnerte auch daran, dass die Luftqualität immer noch gut ist und keine Gefahr von saurem Regen besteht. Er fügte hinzu, dass das Gesundheitsamt die Öffentlichkeit daran erinnert, dass mögliche Atemwegsschäden bedeuten, dass auch Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf eine Covid-19-Ansteckung getroffen werden müssen und sich die Menschen unbedingt vollständig impfen lassen sollten.

Morcuende erinnerte daran, dass „es sich um einen spaltförmigen strombolianischen Vulkanausbruch mit verschiedenen Emissionszentren handelt, von denen sich einige aktivieren, deaktivieren und wieder reaktivieren können, also um eine für die Kanarischen Inseln typische Eruption“. Er fügte hinzu, dass sich in der … Nacht [zum Samstag] an der Nordwestwand des Kraters zwei Ausbruchsstellen (Boccas) geöffnet hatten, die inzwischen zu einer verschmolzen sind und einen neuen Lavastrom erzeugt haben, der über dem vorherigen verläuft. Dieser Lavastrom ist flüssiger als die bisherigen, weil er anfangs heißer ist und schneller als diese fließt, er sich aber auch wie die anderen verlangsamt, wenn die Lava an der Oberfläche abkühlt. Er gab an, dass dieser neue Strom in der … Nacht einen Kilometer zurückgelegt hat, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 80 m/h entspricht, die im Laufe des Vormittags abgenommen hat.

Er betonte auch, dass der wissenschaftliche Ausschuss das Emissionszentrum oberhalb des Montaña Rajada weiterhin beobachtet und untersucht. Fast 800 Sicherheits- und Rettungskräfte aus verschiedenen Institutionen der Gemeinden, der Inselregierungen, der Kanarischen Regierung und der spanischen Regierung sowie Freiwillige sind an den Notfalloperationen beteiligt. Die Koordinierungsmaßnahmen werden von der zentralen Einsatzleitung der Generaldirektion für Sicherheit und Notfälle der Kanarischen Regierung aus geleitet. Im Einsatz befinden sich mehr als ein Dutzend Flugzeuge der Autonomen Gemeinschaft, der Inselregierungen und des Staates.

Die von den Hafenbehörden festgelegte Sperrzone auf dem Seeweg wird weiter aufrechterhalten, und zwar von Süden aus über Punta del Pozo (Puerto Naos) bis zum Norden am Strand von Las Viñas (Tazacorte), sowie parallel zur Küste im Abstand von zwei Seemeilen von dieser entfernt. Darüber hinaus hat ENAIRE, die spanische Flugsicherungsbehörde, in den Gemeinden El Paso und Los Llanos de Aridane vorübergehend bis zum Ende des Notstands zwei Luftraumsperrgebiete, sowohl über dem Meer, als auch über der Insel selbst unterhalb von 3.000 Fuß eingerichtet, die nur staatliche Sicherheitskräfte und -einheiten, Rettungsdienste, staatliche Flugzeuge und ordnungsgemäß zugelassene Flugzeuge benutzen dürfen, wovon aber die kommerzielle Luftfahrt, die diese beiden Sperrgebiete nicht überfliegt, nicht betroffen ist.

Wissenschaftlicher Ausschuss

Vor der Sitzung des Leitungsausschusses tagte fast vier Stunden lang unter der Teilnahme des Ministers auch der Wissenschaftliche Ausschuss. In der … Sitzung wurden Art, Ausmaß und Folgen der Ausbruchsphänomene, die sich in der Mitte des [Freitags] … ereigneten, analysiert und diskutiert.

Der Wissenschaftliche Ausschuss schreibt in seinem Bericht Folgendes: „Die spaltförmige Eruption zeigt weiterhin einen strombolianischen Mechanismus, der seine Aktivität derzeit auf den Vulkankegel konzentriert. Der eruptive Prozess hat im Laufe des Ausbruchs Episoden erhöhter explosiver Aktivität gezeigt, die gestern Nachmittag die bisher höchsten aufgezeichneten Werte erreichten und sich erneut ereignen können. Nach der Episode erhöhter Explosivität werden 2 neue, nahe beieinander liegende Emissionspunkte im unteren Teil des NW-Sektors des Kegels beobachtet. Derzeit sind diese beiden neuen Zentren zu einem verschmolzen. Seit gestern zeigt der Ausbruch auch hawaiianisch anmutende Ergussphasen an einem der Austrittspunkte, die Lavaströme von großer Fließfähigkeit erzeugen, die hauptsächlich über die vorherigen Ströme hinwegfließen und bisher 3,6 km zurückgelegt haben, wobei sie sich seit gestern Abend mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 m/h vorwärts bewegen. Derzeit werden mindestens 3 Emissionspunkte im Krater und ein weiterer auf dem Vulkankegel sowie zwei aktive Lavaströme beobachtet, von denen der ältere fast zum Stillstand gekommen ist.“

Gegenwärtig zeigt der Vulkankegel eine veränderte Morphologie, die nach den gestrigen Episoden erhöhter Explosivität durch einen Riss in seinem südlichen Sektor verursacht wurde.

Die atmosphärische Stabilität wird in den nächsten Stunden und sogar Tagen der vorherrschende Trend sein. Der Einzug einer afrikanischen Luftmasse wird in den nächsten Tagen einen Temperaturanstieg bewirken. An der Oberfläche weht ein leichter Nordostwind von etwa 10 km/h, der im Laufe des Tages auf östliche Richtung dreht. Am Westhang, in der Nähe des Ausbruchsgebiets, wird der Einfluss der Winde entsprechend dem Tageszyklus anhalten (tagsüber in Richtung Meer-Land, nachts in die entgegengesetzte Richtung). In der unteren (1500-3000 m) und mittleren (5000 m) Troposphäre kommt der Wind mit 20 km/h aus Süden, dreht auf Südwest und verstärkt sich auf 60-70 km/h (in 3000 m). Dieses Windverhalten bedeutet, dass die Verteilung der Asche in niedriger Höhe (bis zu 1500 m) hauptsächlich die Insel La Palma und ihren Flughafen betreffen wird. In höheren Lagen (zwischen 1500 und 3600 Metern) verteilen die vorherrschenden Winde die SO2-Wolke von der Ausbruchsquelle aus in Richtung Südwest-Nordost, was sich weniger stark auf den Flugbetrieb auf den übrigen kanarischen Flughäfen auswirkt. Saurer Regen ist für die nächsten 24 Stunden ausgeschlossen. Außerdem gilt es in diesem Zusammenhang zu beachten, dass saurer Regen häufig auftreten muss, um schädliche Auswirkungen auf die Vegetation zu haben. Ein einmaliges Ereignis hat also keine solche Auswirkungen.

Die Seismizität bewegt sich weiterhin auf niedrigem Niveau, wobei weiter östlich, in der Nähe der Erderschütterungen der ersten Tage und in einer Tiefe von etwa 10 km ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist. Die Möglichkeit einer gefühlten Seismizität wird nicht ausgeschlossen. Das Signal des vulkanischen Tremors nahm während der explosiven Phasen zu und erreichte gestern Nachmittag ein hohes Niveau, das derzeit mit steigender Tendenz zwischen mittel und hoch liegt. Es ist möglich, dass die mit der explosiven Aktivität verbundenen Druckwellen in einem Radius von 3 km um das emittierende Zentrum herum zu Fensterscheibenbrüchen führen können. Die Bodenaufwölbungen zeigen weiterhin ein stabiles Verhalten.

Die [am Freitag] … durch diesen eruptiven Prozess ausgestoßene, geschätzte Emissionsrate von Schwefeldioxid (SO2) in die Atmosphäre mit über 28.000 Tonnen pro Tag liegt weiterhin relativ hoch. Die Emission von Gasen und Asche erreichte eine Höhe von über 4000 m. Die vom Luftqualitätsmessnetz gemessenen SO2-Werte zeigen, dass die Luftqualität gut ist. Die Asche hat inzwischen andere Teile des Archipels erreicht.

Angesichts der an manchen Stellen beobachteten großen Mächtigkeit der Lavaströme kann es zu Einbrüchen der Lavastromfront kommen, die in steileren Gebieten zur Bildung großer Lavastromfragmente führen können, die sich plötzlich von der Stromfront lösen und je nach Topografie mehrere Meter Entferung von der Lavastromfront erreichen können. Auch können in steil abfallenden Gebieten kleine pyroklastische Ströme auftreten.

Empfohlen wird einen Sperrradius von 2,5 Kilometern um die Emissionszentren (Boccas) herum einzuhalten, um das Risiko von Verletzungen durch herabfallende Pyroklastika und von Vergiftungen durch die ausströmenden Gase zu minimieren. Ebenfalls wird verstärkt darauf hingewiesen, dass man sich den Lavaströmen nicht nähern darf, da die Gefahr besteht, dass man möglichen Steinschlägen und hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Die [am Freitag] … verfügte Evakuierung muss weiter aufrechterhalten werden.

In von starkem Ascheregen betroffenen Gebieten (wo eine deutliche Ablagerung auf dem Boden zu beobachten ist), wird empfohlen, in geschlossenen Räumen zu bleiben. Im Freien wird außerdem die Verwendung von FFP2-Masken und Augenschutzsystemen empfohlen. Für den Fall, dass die Asche andere Inseln erreicht, wird empfohlen, auf den betroffenen Inseln chirurgische Masken zu tragen. Es wird empfohlen, Dächer, auf denen sich Asche in einer Dicke von mehreren Zentimetern ansammelt, diese nach dem vom Katastrophenschutz empfohlenen Verfahren zu reinigen …

Die kontinuierliche Überwachung der vulkanischen Aktivität wurde weiter verstärkt und alle wesentlichen Änderungen werden mitgeteilt. Achten Sie bitte ständig auf weitere Informationen von den zuständigen Katastrophenschutzbehörden …

[Auszug aus der offiziellen Übersetzung des Originaltextes der Oficina de Relaciones con los Medios de Comunicación der kanarischen Regierung vom Samstag]


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