Kanaren Fernarbeit

 

Das kanarische Ministerium für Tourismus, Industrie und Handel hat einen Aktionsplan entworfen, der ein attraktives Segment von Reisenden erreichen soll, die so genannten Fernarbeiter auf dem internationalen Markt …

Der Plan, diese Kategorie von Touristen anzuziehen, umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die sich den aktuellen Informationskontext zunutze machen, in dem Telearbeit im Trend liegt.

Darüber hinaus finden in der ersten Novemberwoche verschiedene hochkarätige Veranstaltungen auf den Inseln statt. Dazu gehört die repeople Conference, die wichtigste Veranstaltung zum Thema Telearbeit in Europa, die auf Gran Canaria stattfinden wird.

Und seit dem heutigen Freitag hat sich WIFI Tribe, die weltweit führenden Gemeinschaft im Bereich Coworking und Coliving, Gran Canaria für eine Saison zur Telearbeit ausgewählt.

In diesem Rahmen wird die kanarische Marke eine sehr aktive Rolle auf dem spanischen und internationalen Markt einnehmen können, indem sie ihr Engagement in diesem Segment durch die Schaffung von Inhalten über diesen Lebensstil auf den Inseln verstärkt.

Die kanarische Tourismusministerin, Yaiza Castilla, erklärt dazu, dass das Ministerium auf den Kanarischen Inseln trotz der Gesundheitskrise nicht aufgehört habe, nach Möglichkeiten zu suchen. So seien die Reisenden analysiert worden, die unter die Definition der Fernarbeiter fallen. Diese hätten aufgrund ihrer hohen Kaufkraft und der geringen Abhängigkeit von komplexen Situationen, die sich aus der Pandemie ergeben, wie beispielsweise Quarantäne oder Änderungen der Flugverbindungen, ein interessantes Profil.

Man werde entschlossen um diese Kategorie werben, vor allem um die Fernarbeiter, die begännen, über eine Zukunft an einem Ort mit ganzjährig gutem Klima nachzudenken. Dazu kämen die Bedingungen der Verbindungen über das Internet, Unterkünften aller Art und Räume der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens, die ihnen garantieren, mit größerer Lebensqualität arbeiten zu können.

Es handle sich um ein Zielpublikum, das für klassische Werbung nicht sehr zugänglich sei und daher eine weniger aufdringliche Marketingstrategie erfordere. Aus diesem Grund sei ein neunmonatiger Aktionsplan entworfen worden, der im letzten Quartal dieses Jahres beginne und im zweiten Quartal 2021 ende.

Es werde dabei vor allem um zwei Gruppen gehen. Auf der einen Seite diejenigen, die arbeiten, während sie um die Welt reisen, sodass sie einen Ortswechsel erwägen und auf die Kanarischen Inseln kommen. Und auf der anderen Seite diejenigen, die als Folge der Pandemie ihre Arbeitsweise geändert haben und nun erwägen, ihre Tätigkeit aus der Ferne fortzusetzen, mit den Erfahrungen, die sie in diesen Monaten gesammelt haben, und sich sich auf den Inseln niederlassen.

Die zu vermittelnden Botschaften würden sich auf die Tatsache konzentrieren, dass das Reiseziel Sicherheit, niedrigere Lebenshaltungskosten als in vielen europäischen Städten, Flugverbindungen, Eigenständigkeit, alles mit einem Unterkunftsangebot, das sich an alle Umstände und Preise anpasse, Coworking Spaces zur Schaffung eines Kontaktnetzes, biete. Das alles werde begleitet vom besten Klima der Welt während des ganzen Jahres und mit der Ergänzung durch ein Angebot an Aktivitäten aller Art in einer paradiesischen Umgebung.

Profil dieser Reisenden

Laut Eurostat-Daten arbeiteten im Jahr 2019 etwa 5,4 Prozent der europäischen Erwerbsbevölkerung im Rahmen der Telearbeit. Die Länder mit der höchsten Zahl von Fernarbeitern sind die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Finnland, Dänemark, Schweden, Island, die Schweiz, Frankreich, Irland, Österreich und Estland. Ein hoher Prozentsatz von ihnen wählt dieses System, um Berufs- und Familienleben in Einklang zu bringen, obwohl nicht alle bereit sind, ihren gewöhnlichen Wohnsitz zu verlassen, insbesondere im Falle von Haushalten, die aus Erwachsenen mit Kindern bestehen, die fast die Hälfte der Telearbeiter in der Eurozone ausmachen.

Die Motivation dieser Gruppe besteht hauptsächlich darin, zu reisen und neue Orte zu sehen und sogar in das Leben der Gemeinschaften einzutreten, die sie besuchen, während sie dank der Freiheit, die ihnen die Technologie bietet, Telearbeit leisten.

Diese Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie qualifizierte Berufe haben, in denen ihre geografische Lage sie nicht einschränkt. Und obwohl die Freiberufler überwiegen, kommen immer mehr Menschen als Angestellte zu ihnen, wenn auch mit einem dynamischen und unvorhersehbaren Karriereweg.

Darüber hinaus schätzen sie Lebensqualität, Freizeit, flexible Arbeitszeiten und sind völlig abhängig vom Hochgeschwindigkeits-Internet. Sie schätzen auch die Existenz von Coworking Spaces für Teamarbeit und zunehmend auch von Räumen für das Zusammenleben oder gemeinsame Wohnungen.

Andererseits ziehen sie es vor, die Welt kennenzulernen, anstatt einen festen Arbeitsplatz zu behalten, sie suchen Telearbeit an attraktiven und bereichernden Orten, sie wählen Reiseziele, die ihnen ein ruhigeres Leben als ihre Heimatstädte ermöglichen, mit niedrigeren Lebenshaltungskosten, und sie achten auch auf eine sichere Umgebung.

Der Plan, der von Turismo de Canarias entwickelt wurde, berücksichtigt allerdings auch andere Aspekte des Profils dieser Reisenden, wie das Alter. So sind 62 Prozent zwischen 26 und 36 Jahre alt und ohne familiäre Verpflichtungen, sowie 18 Prozent zwischen 37 und 45 Jahre alt. Sie wechseln den Ort zu zweit, mit Freunden oder alleine. 44 Prozent bleiben zwischen einem und drei Monaten an einem Ort, wobei 32 Prozent in mehr als 10 Länder pro Jahr reisen. Deshalb brauchen sie eine einfache und schnelle Flugverbindung.


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