Kanaren Teneriffa

Die spanischen Elektroversorger Red Eléctrica und Endesa streiten darum, wer für den Totalausfall der Versorgung mit Elektroenergie auf der Insel Teneriffa am 29. September 2019 verantwortlich war …

Die Firma Red Eléctrica de España (REE) hat nach Medienberichten am gestrigen Montag den Totalausfall der Energieversorgung, von dem mehr als 900.000 Menschen betroffen waren, auf einen „zufälligen und nicht auffindbaren“ Fehler in einem Transformator im Umspannwerk von Granadilla de Abona zurückgeführt.

Die Vertreter beider beteiligter Unternehmen haben sich danach bei einem gestrigen Gespräch gegenseitig die Schuld für die Folgen des Vorfalls zugeschoben.

Während Endesa die Meinung vertritt, dass ein solcher Ausfall keinen vollständigen Stromausfall erzeugen könne, wird diesem Unternehmen seitens der REE eine falsche Strategie vorgeworfen. Es sei Endesa nicht gelungen, die Zentrale in Candelaria zu aktivieren, um einen Ausgleich zu erreichen.

Der Betriebsdirektor von REE, Eduardo Prieto, habe dazu bemerkt, dass der Verlust eines kompletten Umspannwerks wie Granadilla eine schwere und außergewöhnliche Störung darstelle. Es seien immerhin acht Leitungen und zwei Transformatoren betroffen gewesen. Der Austausch der Versorgung hätte länger als erwartet gedauert, weil es viele Anomalien gegeben habe und Endesa nicht in der Lage gewesen sei, die Anlage in Candelaria zur Verfügung zu stellen.

Um zukünftige Energie-Totalausfälle zu vermeiden, habe die REE befürwortet, das Verteilungsnetzes und seine Robustheit zu verstärken und dafür erneuerbarer Energien und Pumpspeicherkraftwerke zu integrieren.

Auch wenn von der REE zugegeben wurde, dass die Stromversorgung durch das Weltraumwetter – einen möglichen Sonnensturm – beeinträchtigt werden könnte, hätten alle Analysen, die sie durchgeführt haben, keine Ursachen gefunden, um den Einfluss zu bestätigen oder auszuschließen.

Pablo Casado von Endesa habe darauf hingewiesen, dass nach dem zweiten Kurzschluss die Schutzvorrichtungen des Übertragungsnetzes nicht wie vorgesehen funktioniert hätten, was zur Abschaltung der Generatoren geführt habe.

Seiner Meinung nach sollte ein Vorfall dieser Art keinen Totalausfall erzeugen. Dass er doch stattfand, sei auf das Versagens des Schutzsystems der REE zurückzuführen, das eine falsche Strategie verfolge, indem es nicht die Lieferung von Hilfsleistungen in Granadilla in den Vordergrund stelle.

Zufällige Ereignisse ließen sich nicht vermeiden, aber der Reserveschutz müsse funktionieren, und Candelaria habe perfekt funktioniert, meinte er.

Laut Casado müsse der Ersatz in Zukunft verbessert werden, und in diesem Sinne hob er das Engagement des Unternehmens zur Förderung der Entwicklung erneuerbarer Energien, insbesondere der Fotovoltaik und der Windkraft sowie der Speicherbatterien, hervor.

Es müsse nach und nach auf fossile Brennstoffe verzichtet und auch in die Entwicklung des Eigenverbrauchs investieren werden, weil dies die Verkehrsnetze entlaste. Die Kanarischen Inseln müssten in kurzer Zeit zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie versorg werden.


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