Behandlungsfehler Kanaren

Der Verein El Defensor del Paciente hat im Jahr 2019 auf den Kanarischen Inseln insgesamt 307 Fälle von vermutlichen ärztlichen Behandlungsfehlern registriert …

Davon betreffen 174 die Provinz Santa Cruz de Tenerife und 133 die Provinz Las Palmas de Gran Canaria. In ganz Spanien gab es laut dem Jahresbericht 13.454 Fälle, das sind 881 weniger als im Jahr 2018. Davon waren 757 Todesfälle, 53 weniger als im Vorjahr.

Obwohl die Zahl der vermutlichen ärztlichen Behandlungsfehler gesunken sei, sei das Gesundheitssystem nicht bei guter Gesundheit, äußerte der Verband in einer Erklärung, in der auch bedauert wird, dass manchmal Profis aufgrund von Stress oder Routine Fehler machten. Es müsse aber alles getan werden, um dies zu verhindern, denn die Gesundheit und das Leben der Menschen stünden auf dem Spiel.

Nach Angaben des Verbandes sind die häufigsten Todesfälle aufgrund von medizinischer Fahrlässigkeit durch „Kunstfehler“ verursacht worden. Das seien vor allem schlecht durchgeführte Eingriffe, übereilte Entlassungen, schlechte Pflege, Krankenhausinfektionen, Verzögerungen bei den Krankentransporten. Aber der Hauptgrund sei auf Fehldiagnosen und den Verzicht auf therapeutische Möglichkeiten zurückzuführen.

So habe es 343 gemeldete Fälle von Unzufriedenheit nach plastischer, rekonstruktiver und ästhetischer Chirurgie gegeben. Die Zahl sei etwas höher als im Vorjahr. Darüber hinaus wird in dem Bericht darauf hingewiesen, dass etwa 148 Babys mit einer Art von Behinderung geboren wurden, die auf unsachgemäß oder mit der Zange durchgeführte Entbindungen zurückzuführen seien und Folgeerscheinungen wie Gehirn- oder Erblähmung verursacht hätten. Allerdings seien dies zehn Fälle weniger als im letzten Jahr gewesen.

Der Jahresbericht führt auch an, dass 35 Todesfälle registriert wurden, in denen nach der Benachrichtigung des Notrufs 112 entweder kein Krankenwagen zur Verlegung des Patienten in ein Krankenhaus geschickt worden sei oder die Hilfe mehr als eine Stunde verspätet erschien.

Auch seien 29 Patienten an einer Krankenhausinfektion gestorben, weil das Krankenhaus die notwendigen aseptischen Maßnahmen nicht eingehalten habe.

Nach dem Jahresbericht gab es auch 106 wahrscheinliche Fälle von Behinderungen bei Patienten nach der Operation, die in einem Zustand der Tetraplegie oder Paraplegie (Verlust von Sensibilität und Beweglichkeit sowie Ausfall von Körperfunktionen) verblieben. Das seien 21 Fälle mehr als im Jahr 2018.

Außerdem gäbe es 88 Betroffene nach Laser-Haarentfernungen.

Nach Autonomen Gemeinschaften führt Madrid die Liste mit 3.104 Fällen an, gefolgt von Andalusien (2.593), Katalonien (1.966) und Valencia (1.152), Kastilien und León (668), Galicien (640), Kastilien-La Mancha (630), Murcia (512), Baskenland (435), Kanarische Inseln (307), Aragonien (305), Extremadura (295), Asturien (238), Balearen (224), Kantabrien (203), Navarra (109), La Rioja (66), Ceuta und Melilla (7).


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