Weiter Streit um Ferienwohnungen – und steigende Wohnungspreise
Touristische Besiedlung im Süden Teneriffas.


Kanarische Inseln • Vertreter des Unternehmerverbandes des Bauwesens Teneriffas (Fepeco) und die Immobilienvereinigung Asociación Inmobiliaria Tenerife Sur haben die Beschränkungen des Dekrets der Kanarenregierung zur Regelung von Ferienunterkünften abgelehnt.

Wie aus Medieninformationen hervorgeht, fordern sie einen Konsens mit allen Beteiligten, da es sich hierbei um ein multisektorales Thema handele, das nicht nur Hoteliers betreffe.
Der von der kanarischen Regierung vorgelegte Verordnungsentwurf, der die Vermietung von Ferienwohnungen in touristischen Gebieten grundsätzlich verbiete, sofern die Stadtverwaltungen und Räte nicht anders entschieden, sei fehlerhaft, wie die aktuelle Verordnung, meinte Isidro Martin, Sekretär des Verwaltungsrates von Fepeco und Delegierter auf den Kanarischen Inseln der Asociación Profesional de Expertos Inmobiliarios auf einer Pressekonferenz. Man habe nicht versucht, einen Konsens mit den von diesem Dekret betroffenen Sektoren zu erreichen, die nicht nur die Hotellerie, sondern auch die Bauherren, Bauträger, Händler oder Transporteure sowie Hausbesitzer und die Gesellschaft im Allgemeinen beträfe, die einer boomenden Form des Wohnens beraubt sei, die auf vielen Ebenen Wirtschaft erzeuge. Das Dekret müsse die Ferienwohnungen regulieren, sie aus der Illegalität holen, hohe Qualitätsstandards auferlegen, sie zu einer steuerpflichtigen Tätigkeit machen. Sobald man sie legalisieren würde, werde es auch jeder tun, meinte der Vertreter von Fepeco.
Ruben Dario Rodriguez, Präsident der Asociación Inmobiliaria Tenerife Sur, ergänzte, dass die Beschränkungen die wirtschaftliche Tätigkeit von Restaurants, Supermärkten, kleinen Unternehmen schaden werde. Zusätzlich behindere sie die Unterkunftsmöglichkeiten der Arbeitnehmer, die in touristischen Gebieten tätig seien, weil Urlaubsvermietungen nur in ihren derzeitigen Wohngebieten erlaubt wären. Das bedeute im Falle von Teneriffa-Süd, dass die einzigen legalen Ferienhäuser oberhalb der Autobahn stehen würden, wo die Angestellten der Touristenunterkünfte und der unterhalb der Autobahn gelegenen Unternehmen wohnen würden. Diese Arbeiter würden Wohnungspreise steigen sehen und müssten wahrscheinlich weiter wegziehen, so der Immobilienmakler.
Die Immobilienvertreter halten es für unrealistisch zu erwarten, dass Bürgermeister die Vermietung in touristischen Gebieten genehmigen könnten, weil sie dazu nicht befugt seien und letztlich auf die Zustimmung höherer Behörden angewiesen seien. Außerdem gäbe es ein Chaos, wenn jede der 88 Gemeinden ihre eigenen Regelungen hätte, die sich je nach Besetzung des Bürgermeisteramtes ändern könnten.
Einer der Vorschläge des Immobiliensektors ist die Erhebung einer jährlichen Steuer für jede Ferienwohnung, die zur Finanzierung des öffentlichen Wohnungsbaus beitrage.

Und unabhängig vom Streit um die Ferienwohnungen sowie des Ringens jedes Sektors um die Durchsetzung seiner Interessen, steigen die Wohnungspreise auch auf den Kanarischen Inseln seit nunmehr vier Jahren unaufhörlich an. Während der Preisanstieg für Wohnungen in ganz Spanien im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres laut dem Instituto Nacional de Estadística (INE) bei 6,2 Prozent lag, waren die Kanaren immerhin mit noch 4,5 Prozent dabei.